Weisheit und Wissenschaft

 

Das 7. Festival der Philosophie findet zeitnah zum 20. Jahrestag der Weltausstellung EXPO 2000 (1. Juni 2000) statt, die sich die „Nachhaltigkeit“ unter dem Titel „Mensch, Natur, Technik“ auf ihre Fahnen geschrieben hatte.

 

Gäste: Thomas Fuchs, Julian Nida-Rümelin, Simone Mahrenholz, Jan-Michael Rost, Annette Horgby, Eva Koethen, Anne Peters, Thorsten Wilholt, Anja Weiß, Günther Schlee, Joris Roelofs, Johannes Krause, Giovanni Di Maio, Patrizia Nanz, Jürgen Renn, Bernd M. Scherer, Hauke Schmidt, Reinhardt Knodt, Stephan Meder, Günther Oestmann, Matthias Dorn, Eckhard Homann, Peter Antes, Saskia Stucki, Peter Kunzmann, Gyde Callesen, Cheryl & Thomas Meiseberg, Marcos Bruíszis, Salvatore Principe, Caterina Zanfi, Bernhard Taureck, Peter Moritz und viele andere mehr.

 

Gespräche, Vorträge, Jugendprojekte, Lesungen, Konzerte und Ausstellungen zeigen, wie die oben genannten Pole sich in verschiedenen Lebensformen kristallisieren (Gelebte Weisheit, Implizites Wissen), und die Spannung, die es schon innerhalb des Fachs Philosophie zwischen Weisheit und Wissenschaft gibt.

 

 

Die Erkenntnis der Natur scheint heute weniger angetrieben vom Verlangen, die Natur besser zu verstehen oder die Wahrheit über die Natur herauszufinden. Naturwissenschaft ist vielfach zur „Technik-Wissenschaft“ geworden, ein Wissen, das der technischen Naturbeherrschung dient, die ihrerseits im Dienst wirtschaftlicher Verwertbarkeit betrieben wird. Andererseits staunen Astrophysiker etwa angesichts der Tatsache, dass der größte Teil des Universums aus Dunkler Materie und Dunkler Energie zu bestehen scheint.

 

Die Philosophie hat es traditionellerweise vermieden, sich mit Wissenschaft zu identifizieren. Sie bezeichnet sich aber nicht einfach als Weisheit, sondern – dem Wortursprung philein und sophia entsprechend – mit der Weisheit befreundet / die Weisheit liebend. Wissenschaft und Technologie ohne Weisheit scheinen – heute unübersehbar – in Naturzerstörung und vermeintlicher Weltbeherrschung zu münden.

 

Die Max-Planck-Gesellschaft, mit der wir dankenswerterweise in dieser Edition eng zusammenarbeiten, bringt Natur- und Geisteswissenschaftler*innen ins Gespräch, um die ergänzende Rolle der Weisheit an den Grenzen des Wissens zu erörtern.

Die Beiträge von Accademia di Ipazia ergänzen sich sehr gut und sollen sowohl das Interesse eines allgemeinen als auch eines wissenschaftlich interessierten Publikums treffen. Schon Gottfried Wilhelm Leibniz, Namensgeber der Universität Hannover, hatte der Philosophie eine zentrale Rolle in seinem Entwurf einer Akademie der Wissenschaften zugewiesen. Hannoversche Kirchen, Museen, Kinos, das Künstlerhaus und das Leibnizhaus sind renommierte Standorte des Festivals der Philosophie.

 

In der Max-Planck-Gesellschaft ist Wissenschaft vom Bestreben motiviert, bisher grundsätzlich Unverstandenes zu verstehen. So hat Max Planck selber formuliert: „Dem Anwenden muss das Erkennen vorausgehen.“ Dieser Satz ist Botschaft und Motto der Max-Planck-Gesellschaft.

 

Hier schließt sich der Kreis zu einer Öffentlichkeit, für die die Weltausstellung EXPO 2000 mit „Mensch, Natur, Technik“ werben wollte. 20 Jahre danach müssen wir erkennen, dass durch eine durch das Internet und die sozialen Medien stark veränderte Rezeption der Öffentlichkeit vieles anders gesehen und diskutiert wird als je zuvor. Das Festival für Philosophie will in vielfältigen Formaten das Thema „Wissenschaft und Weisheit“ öffentlich präsentieren und zum Mitdenken und Mitdiskutieren einladen!