Meine Arbeit und ich - wertvoll in der Welt

Sa 19.05.18 16:00-19:00

Preevent

6. Festivals der Philosophie

Leibnizhaus Hannover

Holzmarkt 4

30159 Hannover

Moderation und interaktive Diskussion mit Ilan Siebert:


Fr 18.05.18, 17:00

Ev. Luth. Willehadi-Kirche, Garbsen Auf der Horst), Orionhof, 4, 30823 Garbsen


So 27.05.18 16:00

Studio Artistico,

Wilhelm-Busch-Str. 20

30167 Hannover

Begrüßung:

Thomas Hermann, Bürgermeister der LHH

 

Vortrag von Birger Priddat

(Ökonom und Philosoph, Uni Witten/Herdecke)

 

Beispiele aus der Praxis:

Britta Lüpke (Werkhaus)

Marie Koch (Upstalsboomerin/Bodo Janssen)

 

Anmeldung: filosofia@accademia-di-ipazia.de


Vernissage: Jenseits des Spiegels - das unvollkommene Ich


Identität bei G. W. Leibniz

Antonella Balestra (Zürich)

Wenn der Homo Oeconomicus mit der Globalisierung immer mehr in der Kritik gerät, rücken auch die Wirtschaft-wissenschaften den Geistes-wissenschaften, der Philosophie und der Literatur näher. Ergebnisse, Szenarien sind nicht mehr algorithmisch vorhersehbar und hängen von Erwartungen und Hoffnungen von konkreten Menschen und ihren Erlebnissen ab. Man kann sagen, dass die Wirtschaftswissenschaften dabei sind, über einige ihrer bisher unhinterfragten Grundannahmen neu nachzudenken. Eine ist etwa der „homo oeconomicus“, die Fiktion eines rein utilitaristisch eingestellten Konsumenten, der als rationaler Marktteilnehmer immer nur möglichst wenig Geld ausgeben will, um im Gegenzug möglichst viel zu bekommen. Auch der arbeitende Mensch scheint unter dieser Prämisse zu funktionieren: möglichst viel zu verdienen scheint das zu sein, was alle wollen. Aber stimmt das? Mehr und mehr zeigt sich (etwa seit dem bahnbrechenden Buch „Die Ökonomie von Gut und Böse“ des tschechischen Ökonomen Tomás Sedlácek – er war Gast beim Festival der Philosophie 2012), dass die Wirtschaftswissenschaft sich nicht als Natur- und auch nicht als rein rechnende Wissenschaft begreifen lässt. Führende Umdenker sehen die Ökonomie heute – oder besser: die Ökonomie von morgen – als Geisteswissenschaft. Dieser Paradigmenwechsel ist nicht willkürlich oder modeabhängig: er zollt lediglich der Tatsache Tribut, dass die Abläufe in der Welt der Wirtschaft, dass Produktion und Konsum ja letztlich von Menschen

getätigt werden, und Menschen gehen nicht in einseitig-rationalistischen Verhaltensmodellen auf, sondern sie agieren weit komplexer. Auch in den Unternehmen setzt sich die Einsicht durch, dass gute Arbeit nicht einfach durch gute Bezahlung erkauft werden kann, sondern dass die arbeitenden Menschen auch Sinn und Selbstverwirklichung finden müssen, wenn sie „ganz dabei“ sein sollen. Menschen suchen Sinn in ihrem Leben, und dieser Sinn soll, zumindest teilweise, auch am Arbeitsplatz zu realisieren sein.

Foto links: Birger Priddat, Foto rechts: Marie Koch



 

 in Kooperation mit dem Kulturbüro der LHH